1.2 Kamera-Ausstattung

Je mehr Pixel der Bildchip (oder die Chips) einer Kamera haben, desto höher ist die Auflösung der aufgenommenen Bilder. 3-Chip-Kameras sind in der Regel besser als 1-Chip-Modelle. Die Frage bei der Wahl einer Kamera ist, ob diese bessere Bildqualität auch wirklich ihr Geld wert ist. Für Videokameras wird mit "Megapixeln" geworben. Je mehr, desto besser, sollte man denken, aber für Videoaufnahmen ist gerade mal ein halber Megapixel nötig. Warum dann überhaupt höhere Pixelwerte? Durch eine höhere Pixelzahl kann die Aufnahme elektronisch stabilisiert werden, kleine Schwankungen werden korrigiert. Noch höhere Pixelwerte können dazu benutzt werden, mit der Videokamera Fotos zu machen. Die Pixelwerte einer Videokamera können aber nicht mit denen einer digitalen Fotokamera mithalten. Manchmal ist es praktisch, auch ein Foto machen zu können, z.B. für eine Website. Bei den meisten Kameras können Fotos auf einer Memory-Card gespeichert werden. Wer aber eigentlich lieber Fotos machen will, sollte sich besser eine Fotokamera kaufen.

Ein Wert, mit dem Kameras verglichen werden können, ist das Auflösungsvermögen. Das ist die Anzahl vertikaler Linien, die wirklich aufgenommen werden kann. In Kamera-Tests wird dieses Kriterium gerne benutzt. Die meisten Kameras haben ein Auflösungsvermögen von 400 und mehr Linien, Werte über 500 Linien sind gut.

Lichtempfindlichkeit

Das optische System der Kamera spielt eine grosse Rolle. Für die Lichtempfindlichkeit einer Kamera ist wichtig, wie weit sich der Verschluss der Blende öffnen kann und wieviel Licht dementsprechend auf den Bildchip fallen kann. Das sind die f-Werte, die bei den technischen Merkmalen der Kamera angegeben sind. Je kleiner der Wert, desto mehr Licht kann einfallen, denn die Angabe muss gelesen werden als '1 geteilt durch den Durchmesser' (allgemein: 1/2 grösser als 1/4; der Blendenöffnungswert von f/1,4 gibt eine viermal grössere Blendenöffnung an als f/2,8).

Kamerahersteller machen gerne Reklame mit den Lux-Werten. (Mit einem Lichtmesser wird die Lichtmenge an einem Ort gemessen; diese wird in Lux-Werten ausgedrückt.) Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, ob die Lux-Werte die Kamera in normaler Funktion bewerten oder ob Nightshot-Aufnahmen (mit Infrarot-Licht) oder Aufnahmen mit Restlichtverstärker damit gemeint sind. Die Werte, die die Hersteller angeben, sind oft Werte, bei denen zwar noch etwas zu sehen ist, das aufgenommene Material aber nicht mehr brauchbar ist. Es ist einfach zu dunkel, pixelig, unscharf, und bei schnelleren Bewegungen zieht das Motiv nach. Das letztere passiert durch die längeren Belichtungszeiten, die für die Aufnahme nötig sind.

Zoom

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl einer Kamera ist der Zoom. Dabei geht es nicht nur darum, wie weit mit einem Objektiv eingezoomt werden kann, auch der Brennweiten-Bereich ist wichtig. Wenn die Kamera vor allem in kleinen Räumen gebraucht wird oder man grosse Objekte aus relativ kleinem Abstand filmen will, ist ein Weitwinkel-Objektiv angesagt (mit Werten unter 35 mm Brennweite). Wenn die Kamera eher gebraucht wird, um Motive aus grosser Entfernung aufzunehmen, ist eine Linse mit Tele-Eigenschaften sinnvoll (Brennwerte über 70 mm). Die Angaben der Hersteller können nicht ohne weiteres benutzt werden, um Kameras miteinander zu vergleichen, weil diese Werte auch abhängig von der Grösse des Bildchips sind; sie sind aber ein Indikator.

Im Handel gibt es Vorsatz-Linsen im Weitwinkel- oder Telebereich, die auf das Objektiv der Kamera geschraubt werden können; so ein Zubehör ist allerdings ziemlich kostspielig.

Es ist nützlich, die Bedienung des Zooms auszuprobieren, bevor man sich eine Kamera anschafft. Dabei kann man z.B. auf die feine Dosierbarkeit des Zoomhebels achten.