Bildkomposition

Bildkomposition zeigt, wie ein Bild aufgebaut ist, d.h. wie die Gegenstände und/oder Personen im Bild einander zugeordnet sind. Alle bisher genannten Elemente der Bildkomposition (Kamerabewegung, Perspektive und Einstellungsgrössen) fliessen hier mit ein.

Gegenstände sollten nicht aus dem Kopf einer Person wachsen, sondern sollten sich rechts oder links im Bild befinden.
Ein unruhiger Hintergrund erschwert dem Zuschauer den Blick auf das Wesentliche.
Bildformat ausfüllen (Gegenstände / Landschaften).
Bildformat ausfüllen, aber Personen nicht 'abschneiden'. Wenn mehrere Personen im Bild sind, diese nicht in der Mitte (senkrecht) durchschneiden.


Allgemeine Regeln, um die Aufmerksamkeit auf ein Objekt zu lenken:

  • nicht zu viele Gegenstände auf einmal mit ins Bild nehmen
  • näher mit der Kamera ran gehen
  • das Objekt räumlich von andern Gegenständen im Bild isolieren
  • das Objekt durch Beleuchtung isolieren
  • mit farblichen Kontrasten arbeiten
  • Kompositionslinien benutzen, die auf das Objekt zulaufen




Drittel-Regelung

Wenn ein Bildschirm durch gerade Zahlen geteilt wird (also halbiert oder geviertelt wird), entweder vertikel oder horizontal, macht das einen ebenmässigen, aber langweiligen Eindruck. Z.B. sollte vermieden werden, den Horizont exakt in der Bildmitte verlaufen zu lassen. Die Regel der Dreiteilung wird gerne als Hilfsmittel für die Bildkomposition gebraucht. Dafür ein imaginäres Raster über den Monitor legen, dass ihn sowohl vertikal als auch horizontal durch drei teilt. Dann wichtige Motive so im Bild plazieren, dass sie auf den Linien oder an den Schnittstellen der Linien liegen. Natürlich spielen noch viel mehr Faktoren eine Rolle, wenn es um ihre Plazierung im Bild geht: darum, wie wichtig sie für die Story sind, ihre Grösse und Farbe, etc. Aber die Regel der Dreiteilung kann eine erste Hilfe sein.


Interviews

Personen aufnehmen


Nicht näher dran gehen als ein Close-Up (Grossaufnahme eines Gesichtes). Sonst wird zuviel Aufmerksamkeit auf Details gelenkt: die ZuschauerInnen betrachten nur das Gesicht und hören nicht zu, was gesagt wird. Ausnahme ist, wenn bewusst ein dramatischer Effekt erreicht werden soll.

Wenn eine Person viel gestikuliert, einen grösseren Bildausschnitt wählen, sonst sprengt sie den Bildrahmen! Es ist gut, vorher zu wissen, ob eine Person aufstehen wird, damit ihr nicht unvorbereitet "der Kopf abgeschnitten wird".

Eine Aufnahme kann interessanter gestaltet werden, indem der Bildausschnitt verändert wird, während eine Person spricht. Am natürlichsten wirkt das, wenn das am Ende eines Satzes oder Gedankenganges gemacht wird.

Anstatt die Person, die spricht, zu zeigen, ist es viel interessanter, die Dinge, über die sie spricht, zu visualisieren.

Bei Interviews den Gesprächspartner möglichst nicht in die Kamera gucken lassen. Das wirkt wie eine Ansprache. Ein Trick ist, über die Schulter desjenigen zu filmen, der/die die Fragen stellt. Dann schaut der/die InterviewpartnerIn nicht direkt in die Kamera, sondern schräg daran vorbei.

Wenn das Mikro oder die Person, die die Fragen stellt, noch im Bild zu sehen ist, ist es deutlich, dass es um eine Interview-Situation geht. Wenn eine Frage-Antwort-Situation nachgestellt wird, sollten die Personen nicht direkt in die Kamera gucken, sondern sich gegenseitig anschauen.



Gruppen aufnehmen

Möglichst vermeiden, in ein und derselben Einstellungsgrösse von einer Person zur nächsten zu schwenken! Besser ist es, von einer Person auszuzoomen, einen Überblick über die Gruppe zu geben (oder über einen Ausschnitt davon) und dann auf die nächste Person einzuzoomen. Es ist auch interessanter, noch ein oder zwei andere Personen in die Einstellung miteinzubeziehen. Auf diese Weise können die Aufnahmen lebendiger gestaltet werden.

Daneben gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die Kamera positioniert werden kann. Sie kann statisch im Raum stehen, dann werden alle Aufnahmen von der gleichen Stelle aus gemacht. Oder die Kamera bewegt sich im Raum und folgt einzelnen Personen, wenn sie sich bewegen, oder sie folgt der Kopfrichtung eines Menschen, der spricht. Dabei wird der Winkel, aus dem heraus aufgenommen wird, verändert. Zwischendurch immer wieder mal auszoomen, um die ganze Gruppe (oder einen Teil davon) ins Bild zu kriegen. Auf diese Weise wird eine Szene sehr dynamisch aufgenommen. Der Zuschauer kann den Ereignissen aus verschiedenen Blickwinkeln folgen, und es entsteht eine kontinuierliche Aufnahme ohne Schnitte.

Wenn mit mehreren Kameras gefilmt wird, ist es praktisch, sich vorher abzusprechen, wer was aufnimmt. So kann eine Kamera z.B. die Totale filmen und den Interviewer. Die andere Kamera kann sich auf die Namensschilder und den Gast konzentrieren.


Abschliessend
soll noch einmal betont werden, dass es zwar gewisse filmerische Regeln / Standards gibt, dass diese aber auch gebrochen werden können. Nur sollte dann eine bestimmte Absicht dahinter stecken!