1.3 Kamerabedienung


Automatik

Viele Kameras haben Automatik-Funktionen, z.B. Scharfeinstellung (Autofocus), Blendenöffnung und Belichtungszeit. In manchen Situationen ist es allerdings sinnvoll, die Automatik-Funktion auszustellen und auf manuelle Bedienung umzustellen.


Weissabgleich

Die Farben des Lichts sind abhängig vom Ort und von der Tageszeit. Kunstlicht enthält mehr Gelbanteile, und mittags ist das Licht blauer als am Morgen. Die Wärme-Anteile des Lichts werden in Kelvin gemessen. Unser Auge passt sich daran an, moderne vollautomatische Kameras auch, aber nicht immer.

Wenn sich die Lichtverhältnisse während der Aufnahme ändern und die Kamera sich nicht schnell genug automatisch darauf einstellt, muss ein Weissabgleich gemacht werden, sonst gibt es Farbverfälschungen und das Weiss wird bläulich. Für den Weissabgleich gibt es auf der Kamera eine Einstellung. Eine weisse Fläche wird anvisiert oder ein weisses Blatt Papier so vor das Objektiv gehalten, dass es das ganze Bild ausfüllt. Bis zum Anschlag auf die weisse Fläche einzoomen! Dann die entsprechende Einstellung der Kamera wählen, um diesen Weisswert zu speichern. Die Kamera merkt sich den Wert. Wenn sich die Lichtverhältnisse wieder ändern, einen neuen Weissabgleich machen. Bei vielen Kameras gibt es auch die Möglichkeit, neben der Automatik-Funktion eine Einstellung für Tageslicht, Neonlicht oder Glühbirnenbeleuchtung zu wählen. Dabei ist es nicht nötig, einen Weissabgleich zu machen, denn die Kamera hat den entsprechenden Wert bereits als Standardwert gespeichert.

Trotzdem gibt es Situationen, in denen es hilfreich ist, einen manuellen Weissabgleich vorzunehmen, z.B. wenn bei einem Schwenk von einem Motiv, welches im Schatten liegt, zu einem im vollen Licht liegenden Motiv. Dann ist es ratsam, zuerst einen Weissabgleich für das im Licht liegende Motiv zu speichern.


Focus

Die automatische Scharfeinstellung fokussiert das Motiv, welches sich in der Bildmitte befindet. Wenn du z.B. eine Person filmst, die sich vor einem anderen Objekt und dazu noch seitlich davon befindet, kann es passieren, dass die Kamera auf das in der Bildmitte und im Hintergrund liegende Objekt scharf stellt, und nicht auf die Person, um die es eigentlich geht. Dann ist die Lösung, den Autofocus auszumachen und auf manuelle Bedienung umzustellen. Zuerst auf die Person im Vordergrund einzoomen und auf sie scharf stellen. Am besten geht das mit einer kontrastreichen Linie, z.B. der Gesichtskontur. Dann wieder auszoomen auf den gewünschten Bildausschnitt. Die Kamera merkt sich den eingestellten Wert. Wenn später auf ein anderes Motiv gefilmt wird, welches in einer anderen Bildebene liegt, z.B. weiter im Hintergrund , muss wieder neu scharf gestellt werden.

Andere Situationen, in denen eine manuelle Scharfeinstellung angesagt ist:

  • Beim Filmen durch einen Zaun oder eine (dreckige oder nasse) Scheibe, die sich entsprechend im Vordergrund befinden, stellt die Kamera sich darauf scharf und nicht auf das, was sich dahinter befindet und eigentlich von Interesse ist.
  • Es kann auch passieren, dass die Kamera schon scharf eingestellt ist, aber weil sich etwas zwischen Kamera und Motiv bewegt, stellt die Kamera sich darauf scharf, und wenn die Störung weg ist, stellt sie sich wieder auf das eigentliche Motiv ein.

In solchen Fällen ist es ratsam, die Automatik auszustellen. Die automatische Scharfeinstellung funktioniert oft nicht richtig, wenn es zuwenig Licht gibt oder wenn das aufgenomme Motiv wenig Kontraste hat.


Blende (Exposure)

Hier wird angegeben, wie weit die Blende geöffnet ist. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht fällt auf den Chip. Durch das Ausschalten der Blenden-Automatik ist es möglich, selber zu beeinflussen, wie hell oder dunkel eine Aufnahme wird. Vorher aber mit einem gut eingestellten Bildschirm das Bild im Sucher darauf kontrollieren, ob die Helligkeit auch gut wiedergegeben wird! Nicht das Bild des LCD-Schirms, sondern das des Suchers kontrollieren, weil die LCD-Wiedergabe variiert, je nach Winkel, mit dem der Schirm gedreht ist.

Es besteht die Annahme, dass es bei dunkleren Aufnahmen am besten ist, die Blende möglichst weit aufzuziehen; dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Schärfentiefe immer geringer wird, je weiter die Blende aufgezogen ist. Schärfentiefe nennt man den Bereich, in dem das Bild scharf ist.


Verschlusszeitenregelung (Shutter)

Die Verschlusszeitenregelung ist eine Einstellung, die regelt, wie lange die Blende geöffnet ist und wieviel Licht damit auf den Chip fällt. Die Automatik ist auf 1/50-Sekunde eingestellt. Sie lässt sich aber bis auf 1/8000-Sekunde einstellen.

Bei schnellen Bewegungen ist es besser, eine kleinere Verschlusszeit einzustellen, z.B. beim Tennis oder anderen schnellen Sportarten, weil sonst vielleicht Details verlorengehen.

Eine andere Gelegenheit, bei der es praktisch ist, die Verschlusszeit manuell einzustellen, ist beim Abfilmen eines Bildschirms. Bei der Einstellung von 1/50 laufen schwarze Balken durchs Bild. Durch die Einstellung einer kleineren Verschlusszeit kann das ausgeglichen werden.


Gegenlichtaufnahmen

Gegenlicht wird die Lichtquelle genannt, die hinter einem Motiv liegt. Dadurch wirkt das Motiv zu dunkel. Mit der Gegenlicht-Funktionstaste (oder auch BLC/Backlight Control) wird die Hell-Dunkel-Bilanz beeinflusst. Dadurch werden helle Stellen dunkler und dunkle Stellen heller.

Besser ist es, das Gegenlicht wegzubekommen, indem die eigene Position verändert wird.


Nachtaufnahmen (Aufnahmen mit wenig Licht)

Mit dem Restlichtverstärker wird das Restlicht elektronisch verstärkt. Dadurch kann in relativ dunklen Situationen noch eine Aufnahme gemacht werden. Das Bild behält noch einen Brucheil seiner natürlichen Farben.

Bei Infrarotaufnahmen (Nightshot) entfallen alle Farben. Das Bild bekommt einen Grünstich. Eigentlich ist es ein Wärmebild.

Eine weitere Möglichkeit für Nachtaufnahmen ist, die Verschlusszeiten zu verlängern. Dieser Trick kann aber nur bei statischen Aufnahmen angewendet werden, weil Bewegungen extrem 'nachziehen'.

Für alle Nachtaufnahmen gilt, dass die Aufnahmen sehr pixelig werden.


Special Effects

Special Effects gibt es im Menu. Das sind Effekte, die sich Sepia, Solaris, etc. nennen. Wir empfehlen, bei der Aufnahme die Finger von Special Effects zu lassen, weil diese im Computer viel schöner hinzukriegen sind. Wenn die Special Effects aber schon bei den Aufnahmen eingestellt werden, sind die Originalaufnahmen schon vorgeprägt, und es ist später nicht mehr möglich, etwas anderes damit zu machen.