Beim Filmen an den Schnitt denken!

Vor dem Beginn einer jeden neuen Einstellung an den Schnitt denken! Sonst werden möglicherweise eine Menge schöner, aber nicht zusammenpassender Bilder aufgenommen.

Häufig gemachte Fehler

  • kein Weissabgleich (zuviel blau oder rot im Bild)
  • eigene Füsse gefilmt und das, was eigentlich aufgenommen werden sollte, verpasst
  • Datum/Zeit ist im Bild zu sehen
  • auf das falsche Motiv scharfgestellt
  • gar nicht scharf gestellt
  • Kamera wackelt (z.B. wegen heftigem Wind)
  • Horizont verläuft schief
  • zu wenig (oder zu viel) Raum über den Köpfen
  • Motiv lehnt am Bildrahmen
  • Bildausschnitt des Motives nicht gut gewählt (zu weit weg oder zu nah dran, um gut zu erkennen)
  • aufeinanderfolgende Einstellungen sind einander zu ähnlich (oder extrem verschieden: von Totale auf Nah)
  • anderer Winkel des Kamera-Standortes aber gleiche Einstellungsgrösse
  • unangemessene Höhe (Perspektive) der Kamera
  • unverhältnismässige Anzahl von aufeinanderfolgenden Nah- oder Totale-Einstellungen
  • Richtung der Handlung ändert sich plötzlich bei zwei aufeinanderfolgenden Einstellungen
  • zuviel Himmel im Bild
  • alle Motive in aufeinanderfolgenden Einstellungen sind in der Bildmitte angeordnet
  • Motiv undeutlich; Vordergrund zu aufdringlich; Ablenkungen (z.B. durch andere Objekte)
  • Einstellungen zu kurz (oder zu lang)
  • Beginn der Handlung fehlt (oder andere Teile der Handlung)
  • zuviel Ein- und Auszoomen
  • gedachte Linie zwischen den Augen nicht horizontal (macht 'verschlagenen' Eindruck)
  • schlechte Beleuchtung (z.B. Hälfte des Gesichtes liegt im Dunkeln, tiefe Augenhöhlen)
  • Kontinuität zwischen Aufnahmen fehlt (z.B. eine Aufnahme mit, die nächste ohne Brille oder die Kleidung ändert sich)


Flexibel sein

Aufnahmen nicht zu kurz machen!

Immer schon vor Beginn und noch nach Ende der Handlung die Kamera ein paar Sekunden laufen lassen. - Anfang und Ende eines Zooms oder Schwenks mit einer längeren gehaltenen (statischen) Aufnahme machen. - Bei einer fortlaufenden Handlung ist es hilfreich, (wenn möglich) bei jeder Aufnahme an das Ende der vorhergehenden Szene (Rede oder Handlung) anzuknüpfen und diese nocheinmal mit aufzunehmen.

Extra Material für den Schnitt aufnehmen!

Immer Aufnahmen von der Umgebung, dem allgemeinen Hintergrund, Reaktionen von Umstehenden oder Details aufnehmen, um beim Schneiden auftretende Bildspünge oder verwackelte Aufnahmen überdecken zu können. - Manchmal kann es praktisch sein, eine Szene nochmal etwas schneller und etwas langsamer aufzunehmen, um die endgültige Auswahl am Schnittplatz zu haben.

Aufnahmen, die nicht geklappt haben, nicht direkt löschen. Es können immer noch einzelne Sequenzen dabei sein, die vielleicht doch zu gebrauchen sind. - Wenn eine Handlung wiederholt werden muss, nochmal neu beginnen. Manchmal kann es gut sein, den Winkel der Kamera ein wenig zu verändern, um mehr Abwechslung zu kreieren.

Immer mit der Totalen anfangen (auch, wenn sie hinterher dann doch nicht gebraucht wird)! Diese gibt den besten Überblick von der Szenerie, wie sie sich darstellt. Eine Möglichkeit, um für Abwechslung in den Aufnahmen zu sorgen, ist eine Handlung zweimal aufzunehmen: einmal mit der Totalen und einmal mit Close-Ups. Diese Aufnahmen kann man dann hinterher kombinieren.